Wasserwacht übt Katastropheneinsatz im Großraum Ingolstadt Das Dillinger Boot bei der Evakuierung von Betroffenen.

Fünf Helfer aus Dillingen mussten ihr Können zeigen



Das Dillinger Boot bei der Evakuierung von Betroffenen. Li. Bootsführer Andreas Bayer, re. Wasserretter und Bootsführer Kevin Mahn. Die restliche Mannschaft: Olaf Mack, Thomas Seher und Michael Rieß übernahmen die weitere Betreuung bzw. Verletztenversorgung am Zielort.
 


Ingolstadt /Dillingen (PM) Der Klimawandel setzt seine Zeichen: Immer öfter sorgen sintflutartige Regenfälle für schwere Überflutungen, aus Bächen werden mitunter bedrohliche Ströme, Häuser und Menschen geraten in Not. Spezialisten der Wasserwacht beherrschen sämtliche Szenarien. Bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung setzten sie ihr Können unter Beweis.

Der Pionierübungsplatz in Ingolstadt war am ersten Wochenende im Oktober Ausgangspunkt einer Katastrophenschutzübung des Roten Kreuzes. 400 Helfer der Wasserwacht aus fünf Bundesländern und Kroatien waren vier Tage lang Tag und Nacht an der Donau von Ingolstadt bis hinauf nach Kelheim im Einsatz, um möglichst viele Szenarien bei Hochwasser zu trainieren.„Nach starken Regenfällen bedroht eine Hochwasserwelle die Region. Die Wasserrettungszüge aus mehreren Bundesländern wurden alarmiert und nach Bayern zur Hilfe gerufen", beschreibt Einsatzleiter Ingo Roeske die Ausgangslage der Übung.

Neben einem internationalen Team des Roten Kreuzes waren sechs so genannte Wasserrettungszüge beteiligt. "Jeder Zug besteht aus 28 Mann, 6 Fahrzeugen und bis zu 6 Booten", erklärte Roeske. Zu den Helfern gehörten auch Taucher und Fachberater für Hochwasser. "Wir haben alle denkbaren Szenenfolgen einer Hochwasserkatastrophe in den Übungsablauf eingearbeitet.“ Roeske ist der stellvertretende technische Leiter der Wasserwacht, des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Alle Helfer mussten von Freitag bis Montag zwölf einzelne Stationen im Ablaufplan durchlaufen. Roeske: "Wir fordern eine hohe Leistungsfähigkeit. Dafür erhalten alle Rettungskräfte die einmalige Gelegenheit, das Zusammenspiel von Einsatzkräften auf dem Wasser, an Land und aus der Luft zu üben.“


Geübt wurde an den vier Tagen auch das großräumige Evakuieren von Gebäuden. "Dafür wurde eigens ein in der Donau treibendes Hausdach konstruiert, um das Bergen aus einem in den Fluten treibenden Haus mit Booten zu üben", sagte Roeske. Zu den Aufgaben gehörte auch die nächtliche Vermisstensuche. Deshalb waren die Retter rund um die Uhr im Einsatz. Auch das Retten von Opfern ohne Boote, mit Seilen, wurde trainiert. Rettungstaucher übten die Bergung eines Fahrzeugs samt Insassen aus dem Wasser. Auf dem Deich der Donau halfen die Helfer den Deich zu schützen.

Ziel der Katastrophenschutzübung war auch die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsorganisationen, mit Hubschrauberbesatzungen von Polizei und Bundespolizei. Rund 40 gut geschminkte „Opfer“ sorgten mit großem Geschrei und Gejammer, mit blutenden Wunden für ernst zu nehmende Situationen.

Rund ein Jahr lang dauerte die Vorbereitung und Ausarbeitung der Katastrophenschutzübung, 20 Ehrenamtliche der Wasserwacht waren daran beteiligt.

In Bayern gibt es rund 55.000 aktive Wasserwacht-Helfer, davon rund 13.000 Jugendliche. Alle sind ehrenamtlich tätig. Getreu dem Motto: „Aus Spaß am Sport und Freude am Helfen!“

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Veröffentlicht am:
12:34:00 03.10.2011 von Riess




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